

Begonnen hat alles im Jahre 1999 Angelika Stoll, eine Kollegin der Deutsch Russischen Gesellschaft Kraichgau ( DRGK ), hat im NDR eine Sendung über die Problematik des TBC Zentrums in Burjatien gesehen und uns davon berichtet. Ich hatte Geld für eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok angespart und da Frau Stoll das gleiche Interesse zeigte, fuhren wir gemeinsam. Diese Reise sollte uns auch an Ulan Ude vorbeiführen. Aus diesem Grund erhielten wir den Auftrag von der DRGK, die Probleme vor Ort anzusehen. Der Direktor des Burjatischen TBC Zentrums fuhr mit uns in verschiedene Kliniken des Landes. Wir waren beide erschüttert. Von der DRGK hatten wir ein kleines Budget von 1000,-- DM um eventuell Obst und was sonst dringend gebraucht wird zu besorgen. Wir beide entschieden spontan, von uns noch 500,-- US$ hinzu zu geben. Als wir nach fünf Tagen die Reise mit der Transsib Richtung Wladiwostok fortsetzten, war ich nicht in der Lage zu schlafen. Die Gedanken an die Kinder ließen mich nicht mehr los. In dieser Nacht entschied ich etwas zu tun, um den Kindern zu helfen. Zuhause bat ich meine Musikfreunde aus Au am Rhein ein Benefizkonzert zu veranstalten. Dies wurde auch sofort einstimmig beschlossen und mit großem Erfolg durchgeführt. Durch Presseberichte kamen weitere Spenden hinzu, so dass ich eine beachtliche Summe zusammenbrachte. An dieser Stelle will ich allen Musikfreunden und Spendern aus Au am Rhein und Umgebung nochmals herzlich danken.

Mit einer beachtlichen Summe aus dem Benefizkonzert, den privaten Spenden und auch Spenden von Geschäftsleuten sowie der Zugabe der DRGK konnten wir medizinische Geräte, Möbel für zwei Klassenzimmer, Tafeln, Bücher, Landkarten, Schreibzeug und Papier besorgen. Zusammen mit dem Direktor des burjatischen TBC Zentrums und zwei 18 jährigen Patienten verlegten wir Fußböden und strichen Wände. Für die kleinen Patienten konnten wir einige Spielzeuge und Süßigkeiten besorgen. Der Reporter Stepanow hat in seinem Bericht folgende Worte verwendet: „Wer das Strahlen in den Augen der Kinder sieht, ist überwältigt“ All die Anerkennung motivierte mich sehr. Nach meiner Rückkehr in die Heimat berichteten Zeitungen über den Erfolg. Das hatte zur Folge, dass Eltern von Schülern des Gymnasiums Durmersheim der Schulkonferenz den Vorschlag machten, den Erlös des Weihnachtsbasar den Kindern in Burjatien zu geben. Der Erlös von ca. 8000,-- DM wurde an die DRGK überwiesen. Dazu kamen wieder Einzelspenden und die Zugabe der DRGK. Danke allen Eltern, Lehrern, Schülern, Geschäftsleuten und Privatspendern! Mit diesen Spenden fuhr ich im Jahr 2001 wieder nach Ulan Ude. Hier möchte ich auch meiner Frau Roswitha ganz herzlich danken, die mein Engagement tatkräftig unterstützt, meine finanziellen Aufwendungen mitträgt und geduldig zu Hause bleibt, während ich diese Reisen unternehme.

Hedi´s Bären & Puppenstübchen in Au am Rhein hatte im Juli 2000 „Tag der offenen Tür“ Dazu war die bekannte Designerin von Künstlerpuppen Frau Annette Himstedt eingeladen. Zu dieser Veranstaltung wurden viele Gäste erwartet, insbesondere Himstedt - AnhängerInnen, die ihre Künstlerpuppen signieren ließen. Für die Verpflegung mit Getränken, Kaffee und Kuchen haben meine Familie und die gesamte Nachbarschaft gesorgt. Der Erlös wurde dem Projekt „Kinderhilfe Ulan Ude“ gespendet. Auch hier durfte ich eine beachtliche Summe für das Projekt entgegennehmen. Hiermit sage ich allen Helferinnen und Helfern und natürlich auch Hedi und Roland: Vielen Dank!

Diese Reise führte ich auf dem Landweg durch, da ich einen Transport von Hilfsgütern aus Saarlois begleiten sollte. Gefahren sind wir mit dem Omnibus von Bad Rappenau nach Moskau und dort weiter mit dem Zug nach Ulan Ude. Wir hatten Medikamente und vor allem Vitaminpräparate dabei. Im Vorfeld hatten wir vereinbart, mit den Geldspenden des Gymnasiums, den vielen Privatspenden und Spenden der DRGK einen Kleinbus zu kaufen. Dieser Bus bringt nun die infizierten Kinder von den außerhalb liegenden Kliniken und Heimen zur Zentrale nach Ulan Ude. Dort können sie im Labor richtig untersucht und wenn nötig geröntgt werden. Auch können die Heime die notwendigen Lebensmittel direkt bei den Bauern beschaffen und so wesentlich preisgünstiger einkaufen. Bei diesem Besuch wurden wieder Spielzeuge, Stifte und Papier für verschiedene Heime angeschafft. Hier hatte ich einen Arzt kennengelernt, der ca. 500 km von der Hauptstadt im Saiangebirge eine Klinik für Knochentuberkulose betreut. Dieser Arzt führt in für uns unvorstellbaren Zuständen Operationen an der Wirbelsäule durch. Der jüngste Patient war 4 Monate alt. Er stellt Zeichnungen her, die er an die weit entfernte Flugzeugfabrik sendet, um dort Operationsintrumente anfertigen zu lassen, die er einfach nicht zur Verfügung hat. Dieser Arzt bat mich, in deutschen Kliniken gebrauchte und abgelegte Instrumente zu besorgen. Leider ist mir das - obwohl viele Mediziner sich bemühten - nicht gelungen. Aus diesem Grunde hat das Gymnasium Durmersheim den diesjährigen Erlös des Weihnachtsbasars für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Das komplette Knochentuberkulose - Sieb ( 91 Einzelteile ) konnte gekauft werden. Hierfür dem Schulleiter Herrn Horst Schmitt, der gesamten Lehrerschaft, den engagierten Schülern und den spendierfreudigen Eltern ein herzliches Dankeschön.

Im Januar wurde ich von einer Mitarbeiterin des Kindergartens Elchesheim- Illingen angesprochen, ob ich bereit wäre, an einem Elternabend das Projekt „Kinderhilfe Ulan Ude“ vorzustellen. Es war mir eine Freude, den interessierten Menschen die Problematik zu zeigen. Die Erzieherinnen haben eine Woche später für die Kinder ein Mittagessen angeboten. Alle durften im Kindergarten bleiben und bekamen zwei echt russische Mahlzeiten, nämlich Lapscha und Plow serviert. Die Eltern spendeten dafür weit mehr als 1.000,-- €uro. Das Geld soll in Burjatien für Kinder im Vorschulalter verwendet werden. Ob nun Spielzeuge oder Kleidung eingekauft werden muss, wird wieder bei meiner nächsten Reise direkt vor Ort entschieden.
Hier der Dank an die Erzieherinnen und die Eltern!

Beim Russischunterricht in der Volkshochschule Rastatt lernte ich Frau Friedrich kennen, die bei der Fa. Maquet in der Vertriebsabteilung beschäftigt ist. Die Firma Maquet ist für die Produktion von hochwertigen Operationstischen und Untersuchungsstühlen bekannt. Eines Abends nach der Unterrichtsstunde sprach ich Frau Friedrich auf die Notwendigkeit von medizinischem Gerät an. Sie war sofort begeistert und forschte innerbetrieblich nach Spendenmöglichkeiten. Die Verantwortlichen hatten dem Ansinnen zugestimmt, sodass von dort ein Operationstisch, drei gynäkologische Untersuchungsstühle und verschiedene Kleinteile ( OP-Beistelltische, Medikamentenschrank, Arzthocker usw ) unentgeltlich für das TBC - Zentrum Burjatiens bereitgestellt wurde. Der Gesamtwert dieser Spende beträgt ca. 32.000,-- €uro. Den Verantwortlichen der Fa. Maquet, Frau Friedrich und auch Frau Combes, die für die Logistik verantwortlich zeichnet, recht herzlichen Dank!
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